Der Arbeitgeberverband für die Land- und
Forstwirtschaft in Bayern e.V. bietet:
Info, Beratung, Unterstützung und Vertretung

AKTUELLES

Rundschreiben Nr. 2/2017

Ab sofort steht das Rundschreiben Nr. 2/2017 zum Download im Mitgliederbereich bereit.

Sachbezugswerte 2017

Ab sofort sind die Sachbezugswerte für das Jahr 2017 im Mitgliederbereich als Download verfügbar.

Aktueller Stand der Tarifverhandlungen in der Land- und Forstwirtschaft in Bayern- vorerst kein Tarifabschluss

Bereits im letzten Rundschreiben (1/2016) hatten wir Sie über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen in der Land- und Forstwirtschaft informiert. Wir hatten darüber berichtet, dass ein neuer Rahmentarifvertrag geschaffen werden sollte, der für alle Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft Gültigkeit hat. Wir hatten Ihnen auch mitgeteilt, dass die Verhandlungen schwierig sind, da die Gewerkschaft Maximalforderungen stellt, wie Insolvenzabsicherung der Arbeitszeitguthaben und Begrenzung der Mehrarbeit auf max. 150 Stunden, die der Findung eines Kompromisses nicht dienlich sind. Am 28. April kam es in Berlin zu einem Treffen unseres Gesamtverbandes, bei dem darüber diskutiert wurde, ob man einen einheitlichen Bundes-Rahmentarifvertrag anstreben solle, wie dies von der IG-BAU vorgeschlagen wurde. Es stellte sich schnell heraus, dass die Tariflandschaft in der Landwirtschaft sehr unterschiedlich ist. Insbesondere Flexibilisierungsmöglichkeiten zur Arbeitszeit werden in einigen Bundesländern sehr liberal gehandhabt, andere Länder sind hingegen auf die Regelungen im Arbeitszeitgesetz ohne Flexibilisierung angewiesen. Es ist nachvollziehbar, dass die Länder mit der höchsten Flexibilisierung ungern von den bestehenden Regelungen abrücken möchten. Einer bundeseinheitlichen Regelung wurde daher eine Abfuhr erteilt.
Nachdem wir dies der IG-BAU mitgeteilt hatten, hat uns das zuständige Vorstandsmitglied, Herr Schaum, erklärt, dass er dann auch keine Veranlassung für Lohnverhandlungen auf Bundesebene sieht und wieder regionale Verhandlungen führen möchte.
Wir haben das zum Anlass genommen, der Gewerkschaft ein Paket anzubieten, das aus dem neuen einheitlichen Rahmentarif besteht und einer Anhebung der Vergütung, die sich am Abschluss im Bauhauptgewerbe orientiert. Leider wurde auch dieses erneute großzügige Angebot von der Gewerkschaft zurückgewiesen.
Wir befinden uns aktuell in der Situation, dass die Lohn- und Gehaltstarife von der Gewerkschaft zum 30.06.2015 gekündigt wurden, ohne dass seitdem Verhandlungen über Lohnerhöhungen geführt wurden. Die Verhandlungen zum Rahmentarif sind in Bayern faktisch abgeschlossen, werden aber von der Gewerkschaftsspitze in Berlin und Frankfurt ignoriert.
Als bayerischer Arbeitgeberverband sind wir uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, den landwirtschaftlichen Betrieben, aber auch gegenüber den dort beschäftigten Mitarbeitern bewusst.
In der Sitzung am 28. April hat unser Gesamtverband einen Vorratsbeschluss gefasst. Für den Fall, dass Verhandlungen auf Landesebene nicht zum Abschluss kommen, sollen die Löhne und Gehälter um mindestens 1,5% angehoben werden und für die zurückliegenden Monate eine Pauschalzahlung von 350 € entrichtet werden.
Für Bayern empfehlen wir eine Anhebung der Tarifentgelte von 2 % und eine Einmalzahlung von 500 € ab August 2016.
Es bleibt jedem Unternehmen überlassen, ob diese Empfehlung umgesetzt wird oder nicht. Sollte es in den nächsten Monaten doch noch zu einem Tarifabschluss kommen, kann eine solche Einmalzahlung bzw. die Erhöhung des Lohnes auf etwaige tarifliche Erhöhungen vollständig angerechnet werden.
Hierzu sollte folgendes Musterschreiben an den/die Mitarbeiter ausgehändigt werden:

"Betreff: Tarifsituation in der Land- und Forstwirtschaft in Bayern
Sehr geehrte/r …
mit aushängendem Rundschreiben unseres Arbeitgeberverbandes informiert dieser über die aktuelle Tarifsituation mit der IG BAU, die für uns sehr unbefriedigend ist.
Es bleibt offen, ob es nach dem Scheitern der Lohntarifverhandlungen auf Bundesebene zu Tarifverhandlungen auf Landesebene kommen wird.
Deshalb hat unser Verband die Empfehlung ausgesprochen, die Entgelte jetzt auch ohne neuen Tarifvertrag zu erhöhen.
Wir kommen dieser Empfehlung sehr gerne nach und leisten für die Zeit vom 01.07.2015 bis 31.07.2016 eine Einmalzahlung von 500 €. Ab dem 01.08.2016 erhöhen wir Ihren Lohn um ……….€ auf ………€ pro Stunde.
Wir möchten damit zum Ausdruck bringen, dass wir Ihre Arbeit wertschätzen und Sie nicht noch länger auf eine tarifliche Erhöhung warten lassen wollen.
Sollte es noch zu einem Tarifabschluss kommen und dieser Tarifvertrag sieht eine höhere Anhebung vor, werden wir diese selbstverständlich ebenfalls leisten. Wir weisen aber insbesondere darauf hin, dass diese freiwillige Erhöhung von uns auf eine spätere tarifliche Erhöhung im vollen Umfang angerechnet wird."



Wir als Arbeitgeberverband bedauern, dass wir Ihnen keinen neuen Tarifvertrag präsentieren können, aber nach über zwei Jahren mit zähen Verhandlungen, in denen wir immer wieder hingehalten und vertröstet wurden, sehen wir keine realistische Aussicht kurz- oder mittelfristig zu einem sinnvollen Abschluss mit der Gewerkschaft zu gelangen. Wir wollen mit der vorstehenden Empfehlung unserer Verantwortung gerecht werden und hoffen auf Ihr Verständnis.